Lakritze in der Schwangerschaft meiden
Geschrieben am 29. Oktober 2010 um 12:32 PM, von admin
Natürlich weiß jede werdende Mutter, dass Alkohol, Nikotin, Koffein oder gar Drogen in der Schwangerschaft absolut schädlich sind und auf keinen Fall, auch nicht in kleinsten Mengen konsumiert werden sollten. Doch eine neueste Studie des Berufsverbands für Frauenärzte brachte jetzt ans Licht, dass auch die Lakritze für das neue Mitglied im Babyclub während der Schwangerschaft negative Auswirkungen haben könnte. Im Schwangerschaftskalender sollten werdende Mütter das Wort Lakritze also besser dick und fett durchstreichen.
Lakritze wird schon seit 2000 Jahren als Medizin und Genußmittel verwendet
Die Lakritze, die zum Großteil aus der Süßholzwurzel besteht und ursprünglich in Asien und im Mittelmeergebiet heimisch war, ist schon seit der Zeit des antiken Griechenlands um 400 vor Christus eine beliebte Speise, aber auch Medizin. So wurde und wird die Süßholzwurzel bei Husten und Erkrankungen der Atemwege verabreicht. Das die Süßholzwurzel schleimlösend, auswurffördernd sowie antibakteriell wirkt, ist ebenfalls seit der Antike bekannt. In den letzten Jahren fanden Wissenschaftler außerdem heraus, dass die Wurzel ebenfalls bei Gastritis und Magengeschwüren lindernd wirken kann. Im asiatischen Raum wird Lakritze sogar bei der Behandlung von an Hepatitis Erkrankten Patienten verwendet, ob die Pflanze allerdings auch hierbei wirklich hilft, ist unter westlichen Medizinern umstritten.
Was kann bei Konsum von Lakritze in der Schwangerschaft passieren?
Auch wenn die Lakritze dem erwachsenen Organismus keinerlei Schaden zufügt und sogar als Medizin verwendet wird, kann der Wirkstoff der Süßholzwurzel für den ungeborenen, sich noch in der Entwicklung befindlichen Körper, gefährlich werden. So haben die Wissenschaftler in der großangelegten Untersuchung herausgefunden, dass Kinder, deren Mütter in der Schwangerschaft regelmäßig Lakritze konsumierten, eine bis zu dreimal höhere Cortisol-Konzentration im Blut haben. Die Ergebnisse der deutschen Forscher decken sich außerdem mit den Ergebnissen finnischer Ärzte, die eine ähnliche Studie angefertigt haben. Cortisol ist ein Stresshormon, das unterschiedlichste Auswirkungen auf den Körper hat, es soll unter anderem für Übergewicht und Diabetis genauso verantwortlich sein, wie für das Ausmaß der Stressresistenz des Körpers.
Die Ärzte gaben ebenfalls bekannt, dass schon der Verzehr von einem Gramm Lakritze pro Woche negative Auswirkungen haben könnte. So haben frühere Studien bereits belegt, dass Kinder, deren Mütter während der Schwangerschaft häufig und große Mengen Lakritze zu sich genommen hatten, weit öfter verhaltensauffällig waren und außerdem Lernschwächen aufwiesen. Die Forscher schließen allerdings nicht aus, dass die Süßholzwurzel beziehungsweise das in ihr enthaltene Cortisol alleine für die Entwicklungsstörungen verantwortlich seien. Daher sollen noch weitere, langangelegte Forschungen folgen. Bis diese Ergebnisse allerdings hieb- und stichfest sind, sollten Schwangere vorsichtshalber zur Gänze auf Lakritze verzichten.